Teckel vom Grönegau

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Methode

Wie ich arbeite

Der Hund hat viele Triebe und Bedürfnisse und einige davon eignen sich, um den Hund zu konditionieren. Besonders oft bedient man sich dabei des Grundbedürfnisses nach Nahrung: Macht der Hund etwas gut, bekommt er ein Leckerchen. Auf diesem Weg erzielt man tatsächlich schnell Erfolge und sicherlich schadet dies dem Hund nicht (solange er dabei nicht zu dick wird  ;-) ).

Ich habe mich jedoch für einen anderen Weg in der Erziehung entschieden. Hunde sind Rudeltiere und haben somit ein weiteres ausgeprägtes Bedürfnis: Sie suchen stets den Anschluss und die Beziehung zu ihren Rudelmitgliedern und auch zu ihren Menschen. Eine gute Hund-Mensch-Beziehung ist nicht nur für uns Zweibeiner schön, sondern auch für unsere Vierbeiner besonders wichtig. Ob ein Hund sich auf bestimmte Leckerchen stürzt oder nicht, ob er besonders verfressen ist oder nicht, das können wir nicht beeinflussen. Aber die Beziehung zum Hund können wir aktiv gestalten und so dafür sorgen, dass er Sicherheit und klare Strukturen erfährt. Deshalb haben wir uns dafür entschieden mit unseren Hunden direkt zu kommunizieren und so eine gute Beziehung zu schaffen. Das eine Kommunikation im menschlichen Sinne hier nicht möglich ist, steht wohl außer Frage. Obwohl es immer noch genügend Hundeführer gibt, die offensichtlich der festen Überzeugung sind, das Tier verstehe Deutsch. Da hört man zum Beispiel: “Jetzt setz dich doch mal hin, mach mal schön Sitz jetzt, ja? Schön brav sein, mein Schatz. Nicht stehen, du sollst dich doch hinsetzen…” Das ein Gespräch in dieser Art und Weise zwecklos ist, ist klar. Betrachtet man aber die Verhaltensweisen von Hunden und die Art und Weise, wie sie miteinander kommunizieren, dann kann man sich diese im Umgang mit dem Vierbeiner zu Nutze machen.

Es ist mir wichtig, dass unsere Hunde Befehle nicht für ein Leckerchen ausführen. Sie tun es für uns. So ist es auch möglich, den Hund von einem Stück Fleisch oder sonst einer Nahrung und sogar von einem Haken schlagenden Hasen oder anderem Wild abzurufen.

Bei dieser Art der Erziehung spielt die Körpersprache eine wichtige Rolle. Dies ist auch bei Hunden untereinander der Fall. Wichtige Bestandteile sind außerdem Klarheit und Konsequenz. Ein feines und leises Arbeiten mit dem Hund ist das Ergebnis. Bei mir wird kein “PLATZ” gebrüllt, wenn der Hund sich hinlegen soll. Wozu auch? Hunde hören schließlich bekanntlich sehr gut und sogar besser als wir Menschen. Die Frage ist nur, ob sie zuhören. Deshalb bildet die Gesprächsbereitschaft des Hundes für uns die Basis einer erfolgreichen Erziehung. Abgesehen davon, dass ein leises Kommando völlig ausreicht, geht es auch nur mit einem leisen Pfiff oder einem Handzeichen.

Erziehung geht eben auch ohne Hilfsmittel und Umwege wie Leckerchen oder Clicker. Meiner Meinung nach geht es so auch wesentlich besser. Wir verurteilen andere Methoden nicht. Auch in der Hundeschule lade ich lediglich zu dieser Art und Weise der Erziehung ein. Jeder muss seinen Hund so erziehen, wie er es für sinnvoll erachtet. Was ich allerdings verurteile sind gewaltsame Methoden, die Schläge, Tritte, Stachel-, Würgehalsbänder und ähnliches implizieren.


Das Alter des Hundes in der Erziehung

Meist kommen Welpen schon im zarten Alter von 8 Wochen zu ihren neuen Besitzern. Schon zu diesem Zeitpunkt beginne ich mit ersten kurzen Einheiten. Welpen brauchen kurze Übungseinheiten und viel Zeit um sich zu entwickeln. Ich lasse mir bei der Ausbildung der Hunde viel Zeit. Gerade bei jungen Hunden ist es mir wichtig, nur kurze und spielerische Einheiten zu gestalten. Oft wird mit einer Erziehung des Hundes erst ab einem Alter von 5 Monaten begonnen. Dies sehe ich kritisch, da oft in dieser Zeit die Pubertät einsetzt. Nun ist es beim Vierbeiner nicht viel anders als beim Menschen. Sie sind dann mit der hormonellen Umstellung und ihrer Entwicklung belastet. Den meisten Hunden merkt man diese Tatsache am Verhalten an. In dieser Phase erarbeite ich in der Regel keine neuen Befehle und Übungen, sondern bleiben bei dem, was der Hund bis dahin gelernt hat.

“Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.” Das stimmt nur zur Hälfte, denn auch ein älterer Hund lässt sich erziehen. Was im Welpenalter nicht gelernt wurde, ist schließlich nicht verloren. Aber natürlich gibt es irgendwo Grenzen. Wenn ein Hund alt wird, ist es oft sehr mühsam mit ihm Neues zu erarbeiten und vermutlich ist es für den Vierbeiner dann eher eine Qual, als dass es ihm Spaß macht. Als Grenzwert für die Hundesaubildung habe ich mir ein Alter von 8 Jahren gesetzt. Diese Altersgrenze ist jedoch nicht statisch zu sehen! Während der eine Hund noch im Alter von 10 Jahren Spaß an neuen Übungen findet, ist beim anderen vielleicht schon mit 7 Jahren eine Grenze erreicht. Generell gilt: Jeder Hund ist anders. Ob der Beginn einer Ausbildung in einem gewissen Alter noch sinnvoll ist, ist abhängig von Rasse, Gesundheitszustand und Wesen des Hundes.

Thomas Buddenberg, Selhofer Weg 115, 49324 Melle, Tel: 05422/958495, email: info@teckel-vom-groenegau.de. | Impressum | Datenschutzerklärung